Ortsgruppe Seeheim-Jugenheim

Der BUND konnte kürzlich ein Grundstück entlang der Dornberg-Quelle in den Stettbach-Auen zwischen Nieder-Ramstadt und Trautheim erwerben. Jetzt wachsen die Pflanzen und leider breitet sich auch die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, als unerwünschte Neophyte aus.

„Hier ist akuter Handlungsbedarf“, sagt Frank Werthmann, selbst aktives Mitglied bei der Ortsgruppe in Mühltal des BUND. „Riesenbärenklau und BUND passen nicht zusammen“. Auf dem Grundstück haben sich zahlreiche dieser Pflanzen ausgesamt und müssen händisch entfernt werden. Am nachhaltigsten erreicht man das durch die Entfernung der Staude inklusive des sogenannte Vegetationskegels, damit die Pflanzen nicht wieder austreiben. Der untere Teil der Wurzel verrotte dann im Boden.

Gesagt getan, am Samstagvormittag fanden sich sechs mutige Aktive am Grundstück mit Handschuhen, festem Schuhwerk, Spaten und Unkrautstecher und natürlich Corona-Maske in Nieder-Ramstadt ein, um den ungewünschten Eindringling in einer ersten Aktion einzudämmen.  Zusammen konnte eine Fläche von ca. 200 m2 von den Invasoren befreit werden, bevor heftige Schauer den Einsatz frühzeitig beendeten. „Trotzdem ein toller Erfolg“ freut sich Michaela Marx, Vorsitzende der Ortsgruppe. „Wir brauchen aber einen zweiten Arbeits-Einsatz“. Und die Gemeinde Mühltal soll gebeten werden, auch auf dem angrenzenden gemeindeeigenen Grundstück die Herkulesstauden zu entfernen.

Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, ist einer der invasiven Neophyten, von denen gesundheitsschädliche Gefahren ausgehen. Der Pflanzensaft enthält Stoffe (Furanocumarine), welche bei Kontakt die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und dadurch schwere Hautreizungen verursachen können. Schon bei schwacher Sonneneinstrahlung entstehen an den betroffenen Stellen schmerzhafte Rötungen und Brandblasen.

In Mitteleuropa ist der Riesenbärenklau eine durch den Menschen eingeführte Pflanze, deren ursprüngliche Heimat der Kaukasus ist. Die krautige mehrjährige Pflanze erreicht an humosen Standorten nach wenigen Wochen eine Wuchshöhe bis zu 3 Metern. Die großen Doldenblüten bilden mehrere 10.000 Samen, die sich über den Wind und auch über längere Strecken über Fließgewässer verbreiten. Ende des 19. Jhd. wurde die Pflanze als Zierpflanze in Gärten und Parks verbreitet. Auch wirtschaftliche Interessen, zum Beispiel als Bienenfutterplanze oder in der Forstwirtschaft als Wilddeckung, haben zur rasanten Ausbreitung dieser Art beigetragen.

Invasive Neophyten wie das indische Springkraut, können durch ihre Konkurrenzstärke einheimische Arten flächendeckend verdrängen, da sie an nährstoffreichen Standorten ideale Bedingungen vorfinden und sich über Samen und Wurzel so stark ausgebreitet, dass sie für heimische Arten zur Bedrohung werden. So können sie mitwirken, die Verbreitung von invasiven Arten zu verhindern:

  • bringen Sie keine Gartenabfälle illegal aus. Auch immergrüne Gartenpflanzen, wie zum Beispiel der Kirschlorbeer, verwildern zunehmend in stadtnahen Wäldern. Samen von Riesenbärenklau,  Springkraut und anderen Neophyten können kilometerweit über Gewässer in sensible Ökosysteme verbreitet werden. 
  • pflanzen sie standortheimische Arten und einheimischer Gehölze aus regionaler Herkunft an und tragen sie damit zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Michaela Marx. BUND OV Mühltal-Seeheim-Jugenheim

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